Dienstag, 19. Juli 2016

Fehlerberichtigung zum Aufsatz "Brettchenweben - eine vielfältige Technik"



Fehlerberichtigung zum Aufsatz "Brettchenweben - eine vielfältige Technik" im Ausstellungskatalog "Bunte Tuche - gleißendes Metall"

Liest man einen Text mit Abstand, fallen Fehler ins Auge (die auch beim hundertsten Lesen zuvor scheinbar nicht vorhanden waren).
Auf Seite 78 habe ich meine Interpretation des Brettchengewebes Inv. Nr. 89.870 (Band 3) aus Hallstatt als 2-Lochgewebe vorgestellt. Das 2005 publizierte Foto des Gewebes legt diese Interpretation nahe. K. Grömer stellte auf Tafel 15 ein weiteres Mal ihren Webbrief auf der Basis eines schnurbindigen Einzugsmusters mit 4 Fäden pro Kärtchen vor (grömer 2005, 84-85).
Die Interpretation als 2-Lochgebe mit Brettchen vereinfacht den Webprozess, denn einfache Rauten wie bei diesem Band lassen sich frei weben. Eine Anleitung wird für einfache Rauten nicht benötigt, da in der Musterbildung diagonale Linien weitergeführt werden.
Das Muster läßt sich mit 12 Musterkärtchen zuzüglich Randkärtchen umsetzen - leider hat sich im Text die falsche Angabe "16 Kärtchen" eingeschlichen.

In der Subzeile des Webbrief von Chris Wenzel auf der Basis meiner technischen Ausarbeitungen findet sich die Angabe 12  Musterkärtchen. Für die Übersetzung meiner technischen Skizze in einen Webbrief mit Vor- und Rückdrehungen ist Chris Wenzel als Mitautorin für den Artikel genannt.
Das Einrichten der Kette und der Webvorgang erfolgt nach meiner Beschreibung im Text.

In den letzten 10 Jahren sind sehr viele wunderbare Bänder nach der Anleitung entstanden.

Es hat mich sehr gefreut  zu lesen, dass L. Raeder-Knudsen den Musterbereich des Bandes als 2-Lochtechnik interpretiert (die Randkärtchen sind mit 4 Fäden bezogen). K. Grömer weist auf diese Mitteilung hin (grömer 2009, 135).

Das Fragment ist ein faszinierendes Gewebe, dass durch des Farbschattierungen im Musterbereich einen besonderen Reiz hat.
Die Musterbildung in diagonalen Linien ermöglicht nach kurzer Einarbeitung ein freies Weben ohne Anleitung und bildet einen guten Einstieg in die Technik.
Weitere Gewebe in 2-Lochtechnik werden im Zinnmäander und weiteren Bändern vom Fundort Hochdorf/Ens gesehen.

Kurt Laitenberger entwickelte eine eingängige Beschreibung der Technik, die ich leider erst entdeckt habe nachdem ich mir das Weben mit 2 Fäden pro Kärtchen auf der Basis des Zinnenmäanders selbst angeeignet hatte.
 
 Der Musterbereich für das Gewebe 3 Hallstatt sieht in der technischen Skizze nach K. Laitenberger so aus:



Duisburg 18.7.2016, Sylvia Crumbach


Literatur:

Crumbach, S., Wenzel, C.: Brettchenweben - ein vielfältige Technik. In: Keltenmuseum Heuneburg (Hrsg.): Bunte Tuch - gleißendes Metall. Frühe Kelten der Hallstattzeit, Herne 2007, S. 69-78.

Grömer, K.: Tablet-woven Ribbons from the prehistoric Salt-mines at Hallstatt, Austr5ia - results of some experiments. In: Bichlerm P., Grömer K., Hofmann-deKeijzer, R. (Hrsg.): Hallstatt Textiles; Technical Analysis, Scientific Investigation an Experiment on Iron Age Textiles, Oxford 2005, 81-90.

Grömer, K., Stöllner, T.: Ein abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg - Neue Erkenntnisse zur Brettchenwebtechnik in der Eisenzeit in Mitteleuropa. In. Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 56, 2009, 105-157.





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