Donnerstag, 3. September 2015

Männer-Sache Bronzezeit

Vorstudie in Textil: Männerkleidung

Um auszuprobieren, wie Mantel und Wickelkittel aus einem Stück Stoff kommen, habe ich diese Probestücke gemacht. Die Wolle ist von einer schnöden Landschafrasse in naturschwarz mit Grannenhaaren. Die für Strickwaren gesponnene Wolle ist nachgedreht (Winkel ca. 55°) um so ein stabiles Kettgarn erhalten. Der Schußfaden wurde belassen (ca. 30°). Der Stoff hatte eine Breite von 82,0 cm und eine Länge von 610,0 cm. Gewaschen und in der Mitte vernäht hatte mein Texttuch 160,0 cm x 300,0 cm. Diese Maß habe ich aus der Kombination von Wickelkittel und Ovalmantel errechnet. Verbraucht wurden ca. 3,2 kg Wolle.
Da mein Ausgangsmaterial entfettet ist, war es notwendig die Kanten zu säumen.
Es liegen zwei erhaltene Stücke vor. Um den Kittel an eine heutige Person anzupassen wurde die Schnittpläne beider Vorlagen kombiniert.



Fazit: Der Wickelkittel lies sich ohne viel Aufwand aus den Abschnitten des Ovalmantels fertigen. Der von Karl Schlabow beschrieben Fadenlauf entsteht durch eine optimale Ausnutzung des Materials. Ist der Träger schlank und grade gebaut, sitzt das Kleidungsstück recht gut (das Modell hat Fotos verweigert). Keine "Schneiderkunst", sondern Restverwertung.

Da ich meine erfahrene Weberin bin, habe ich die Arbeitszeit nicht dokumentiert. 

Was ich kann:  Kleine Dinge

Der Gürtel wurde aus Gotlandschafwolle gewebt. Das Muster entsteht durch die unterschiedliche Spinnrichtung des Garns. Die Enden sind mit Bergschafwolle umwickelt.
Bindungsart: Kettrips.


Mit einer Anfertigungszeit von ca. 7 Stunden - einschl. Spinnen (ohne Wollvorbereitung) - ist dieser einfache Gürtel keine anspruchsvolle Arbeit.


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