Montag, 5. Januar 2015

Rezension "Der Legionär als Leistungssportler"



Buchbesprechung

Pause, C. (Hrsg.): Der Legionär als Leistungssportler; Die Leistung römischer Soldaten auf dem Prüfstand, Neuss 2014.

Autoren: Carl Pause, Norbert Mersch, Andreas Heinen und Sascha Severin
ISBN 978-3-93654268-4
47 Seiten, viele farbige Abbildungen

In den vier in diesem Heft erschienenen Aufsätzen befassen sich die Autoren mit der Ausstattung und Kleidung römischer Soldaten, der Kleidung sowie körperlichen Belastungs- und Erfahrungsaspekten.

Carl Pause bespricht auf Basis von Sach- und Schriftquellen die Ausstattung der Soldaten, ausgehend von der Bewaffnung bis hin zur Ausbildung und Versorgung.
Für mich und meinen Bereich - die Textilien also - ist der Aufsatz von Norbert Mersch besonders spannend. Ausgehend vom Papyrus BGU 7 1564 und unter Einbeziehung weiterer schriftlicher Quellen sowie zeitgenössischer Abbildungen legt Norbert Mersch die Entwurfs-Basis seiner rekonstruierten Militärtunika vor. Die Anfertigung überzeugt nach der Quellenlage und bietet Anregungen für weitere eigene Recherchen.
Andreas Heinen und Sascha Severin befassen sich mit Überlegungen zu körperlichen Aspekten. Im Rahmen der Ausstellung "Grenzenlose Gaumenfreuden - Römische Küche in der germanischen Provinz" (Neuss 2011) wurden als Gemeinschaftsprojekt vom Clemens-Sels-Museum, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Neuss und der Dormagener Firma leistungsdiagnostik.de Tests zur mutmaßlichen Ausdauer römischer Soldarten durchgeführt. Der Fragestellung an den Versuch lag eine Auswertung zeitgenössischer Quellen für Rekrutierung und Ausbildung römischer Soldaten zugrunde.
Im letzten Aufsatz des Hefts befasst sich Norbert Mersch mit Fragen zur Nutzung nachgefertigter Ausstattung und den eigenen Erfahrungen bei einem nachgestellten Marsch auf einer Teiletappe. Kritisch geht er dabei auf die Phänomene der Römergruppen und den Aktivitäten im Bereich Living-History ein.

Bei einem Umfang von 47 Seiten ist keine allumfassende Abhandlung zu erwarten. Allerdings werden viele neue Fragen vor dem Hintergrund der mittlerweile bestehenden 30 Jahre Praxis (Dr. Markus Junkelmann 1985) in Sachen "lebendiger römischer Soldaten" aufgegriffen. Die Ergebnisse sind spannend und werfen ein neues Licht auf die, möglicherweise als zementiert gesehenen Dress-Codes der Darstellerszene.



Zu beziehen ist das Heft über das Clemens-Sels-Museum Neuss

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